David Bringold

Baugeschichte und Gestaltungselemente Kirche Urtenen

Die eigenwillige, markante und moderne Architektur der Kirche Urtenen beherrscht das Bild des Dorfes. Sie wurde in den Jahren 1966-1968 mit den Baustoffen der Zeit (Sichtbeton) errichtet, um auszudrücken, dass auch die christliche Gemeinde unterwegs ist und die Kirche den Menschen stets wieder neu in der Sprache seiner Zeit anzureden hat.
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Baugeschichte
Bereits 1950 erhielten die Urtener ihren eigenen Friedhof. Ein erstes Kirchenprojekt (im Stile eines Landkirchleins) wurde jedoch 1953 abgelehnt. 1961 begannen die Diskussionen im Kirchgemeinderat erneut und der Rat kam dem Wunsch der rasch wachsenden Gemeinde Urtenen-Schönbühl nach einer eigenen Kirche entgegen. Der Gesamtüberbauungsplan Lee unterstützte diese Idee und 1964 wurde die Planung durch Kirchgemeinderatspräsident Dr. E. Wehren und den Präsidenten der Baukommission, HR. Bütikofer, in Zusammenarbeit mit dem Architekten E. Rausser und Baumeister F. Friedli an die Hand genommen. Das Projekt wurde am 13./14. März 1965 dem Stimmbürger an der Urne unterbreitet und ergab bei einer Beteilligung von 55% das eindeutige Resultat von 1599 Ja und 118 Nein.

Daten:
1964Planung durch Architekt Edwin Rausser, Bern (*1925)
18.10.1965   1. Spatenstich
10.07.1966 Grundsteinlegung
24.06.1967 Glockenaufzug
30.06.1968 Einweihungs-Gottesdienst
Architektonische Grundform
Die Grundform der Kirche Urtenen bildet eine ins Unendliche weisende Parabel, so dass die Grundmauer Zeichen für Gottes segnende, schützende Hand ist. Das Aeussere des Baus lässt an den Kelch einer Blume denken.

Die Mauern des Luftschutzkellers unter dem Chor sind als Kreuz gebaut worden, damit auch bei einer totalen Zerstörung der Kirche als letzte Überreste das Kreuz bestehen bliebe. In diesem Kreuz ist ein Rohr mit den Plänen der Kirche eingemauert.
Kirchenraum als geistlicher Weg
Beim Eingang ins Gebäude empfängt den Kirchenbesucher eine angenehme Stille, die sich beim Eintritt in den lichten Kirchenraum zur Geborgenheit ausstrahlenden Ruhe verdichtet.

Der Kirchraum lässt keine Unterscheidung von Kirchenschiff und Chor zu. Sie bilden eine Einheit, deren Mittelpunkt der Abendmahlstisch und der Kronleuchter sind. Die äussere Form des Kronleuchters erinnert an die Dornenkrone von Jesus Christus, deutet aber gleichzeitig als Lichtquelle auf seine Auferstehung und sein Wiederkommen in Licht und Herrlichkeit am jüngsten Tag hin.

Am Ausgangspunkt der Parabel befindet sich die niedrige Kanzel, von der Gottes Wort verkündigt wird und dann seinen Weg hinaus in die Welt nehmen soll. Neben der Kanzel befindet sich der Grundstein mit:
  • dem Datum der Grundsteinlegung (10. Juli 1966)
  • dem Kreuz (der Hinweis, dass Jesus Christus der Anfang und das Ende dieser Welt ist und bestimmt, A + O),
  • Widmung "Einen andern Grund kann niemand legen als der, der gelegt ist, Jesus Christus." (1. Korinther 3,11)
Darin eingemauert befindet sich eine Metalldose mit alten Münzen, verschiedenen Angaben über die Gemeinde Urtenen sowie einigen Tageszeitungen.

Das Glasbetonfenster, gestaltet von Max Brunner, wurde 1986 ergänzt und trägt den Titel "Auferstehung". Dunkel und hell, Dornenkrone und Sonne, bilden Gegensätze, sie weisen auf Gott als den Schöpfer des Lichtes und die in Christus begründete Auferstehungshoffnung hin.
Orgel
Auf der Empore befindet sich die von der Firma Ziegler, Uetikon, erbaute Orgel mit 28 Registern und 1600 Pfeifen.
Manchmal kann Musik mehr ausdrücken als alle Worte. In Freud und in Trauer. An Festtagen und an gewöhnlichen Werktags-Andachten. Neben der Mitgestaltung der Gottesdienste ertönt die Orgel auch an verschiedenen Konzerten unserer bewährten » Organistinnen und Organisten.
Turm
Der Turm ruht auf vier Pfeilern rechts über dem Kirchenraum, ist mehrheitlich quadratisch aber im oberen Teil aus ästhetischen Gründen auf der Ostseite um 5 cm schmäler errichtet worden.

In der Glockenstube, deren Schallöffnungen genau berechnet sind, hängen fünf Glocken, die 1966 von der Firma Rüetschi, Aarau, gegossen worden sind. Die Glocken sind in den Tönen C, Des, F, G und B gestimmt und mit Bibelversen versehen.

Die Uhr lieferte die Firma Baer Sumiswald.

Der stilisierte Hahn auf dem Kirchenturm erinnert an den Weckruf des Hahns, als Petrus seinen Herrn verleugnete.
Brunnen und Umgebung
Vor der Kirche sammelt sich das Regenwasser in einem runden Brunnen (Geschenk des Baumeisters) und weist auf die ewiges Leben spendende Quelle Jesus Christus hin (Johannes 4,14). An die Kirche angebaut befinden sich die Aufbahrungsräumlichkeiten.

Vor und um die Kirche herum lädt der Platz zum Beisammensein sein.
Bereitgestellt: 11.08.2015     
aktualisiert mit kirchenweb.ch