Kurt Bienz

Jahreslosung 2020

Hans Lerch Rapsfeld vor dem Wald<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kgju.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>259</div><div class='bid' style='display:none;'>8213</div><div class='usr' style='display:none;'>96</div>

Ich glaube; hilf meinem Unglauben! Markus 9,24
Kurt Bienz,
Ein verzweifelter Vater schreit diese Worte heraus. Jesus hat ihn provoziert mit dem Satz «alles ist möglich, dem der glaubt.»
Der Vater hat alles versucht, um Heilung für seinen Sohn zu erhalten. Nichts nützte.
Er wirft Jesus vor, dass auch seine Nachfolger nichts können: „Meinen stummen Sohn brachte ich zu deinen Jüngern in der Hoffnung auf Heilung. Doch ich bin enttäuscht. Nichts ist geschehen. Und jetzt soll ich einfach glauben und vertrauen?“


Im Alltag vertraue ich darauf, dass genügend Strom produziert wird und mein Computer läuft.
Ich vertraue, dass sich alle Verkehrsteilnehmenden an die grundlegenden Regeln des Strassenverkehrs halten und z.B. bei uns rechts fahren und nicht links auf Kollisionskurs entgegenkommen.

Ich vertraue darauf, dass mein Leben rund läuft.
Und wenn es nicht so kommt? Wie gehe ich damit um? Klage ich an? Bin ich frustriert?
Spielt dann der Glaube eine Rolle in meinem Leben? Gehe ich auf Kollisionskurs mit Gott? Streiche ich ihn aus meinem Leben, weil er mir grad nicht gibt, was ich von ihm will?

Jahrelanges Suchen nach Hilfe ging voraus
Das Kind, von klein auf stumm, war schon öfters in Lebensgefahr gewesen. Aus dem Wasser mussten die Eltern den Sohn ziehen und vor dem Feuer schützen.
Immer mehr breitet sich in der Familie Verzweiflung aus.
Der Vater bittet Jesus noch zweifelnd: „Wenn du etwas kannst, erbarme dich unser und hilf uns!“
Von Jesus auf seine Zweifel angesprochen, wiederholt er den Hilfeschrei: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben! „

Der Vater aktiviert seinen letzten Rest an Glauben und übergibt Jesus die nagende Unsicherheit und all seine Zweifel.
Jesus kämpft für diesen Sohn - indem er ihn anspricht und im Gebet.

Ein Schrecken durchfährt die Beobachtenden. Der Sohn liegt am Boden, wie tot.
Aber Jesus ergreift seine Hand und richtet ihn auf. Und der Sohn steht auf und schreitet in einen neuen Lebensabschnitt. Die Begegnung mit Jesus hat sein Leben verändert.

Auch wir können im Glauben die Hand von Jesus ergreifen. Er hat sie ausgestreckt. Seinen Menschenkindern hält er die Hand hin. Denen, die glauben und denen, die Unglauben spüren. Und oft erleben wir ja beides ganz nahe beieinander.

Wir können diese Hand fassen und selbst sagen: Ich glaube; hilf meinem Unglauben!


Mit herzlichen Segenswünschen,
Kurt Bienz, Pfarrer

Bereitgestellt: 30.12.2019     Besuche: 148 Monat 
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